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Leseempfehlung: BLIQ-Journal

Online-Journal für eine differenzierte Berichterstattung zum Islamdiskurs gestartet


Seit dem 20. September 2019 ist die deutsche Medienlandschaft um ein differenziertes Onlineformat reicher – das BLIQ-Journal! In den vergangenen zehn Jahren konnte ein trauriger Zuwachs von islamfeindlichen Aussagen und antimuslimischem Rassismus beobachtet werden, wie Studien der Vorurteilsforschung immer wieder nachweisen. Gleichzeitig häufen sich Angriffe auf Menschen, denen eine muslimische Identität zugeschrieben wird, und auch Moscheen werden regelmäßig Ziel von Bombendrohungen oder islamfeindlichen Schmierereien. Dennoch spiegelt sich diese gesellschaftliche Realität kaum in einer medialen Skandalisierung von Rassismus und Diskriminierung. Stattdessen werden in der Berichterstattung über die Religion des Islam und Muslim*innen in erster Linie Negativschlagzeilen und inhaltliche Rahmungen des Themas reproduziert, die eine Problematisierung des Islam begründen und populistischen Diskursen weiter Auftrieb verschaffen.

Um dieses Missverhältnis kritisch zu begleiten, haben Julia Ley, Nabila Abdel Aziz und Eren Güvercin in Kooperation mit CLAIM, der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit, „BLIQ“ (www.bliq-journal.de) ins Leben gerufen. Das Online-Journal will im Stimmengewirr der Medienlandschaft den oftmals einseitig geführten Diskurs um „den Islam“ durch differenzierte Berichterstattung erweitern und eine muslimische Normalität sichtbar machen, die mit den medialen Konjunktur-Themen wie Terrorismus, Gewalt, Frauenunterdrückung und Fundamentalismus nichts gemein hat.

Dazu CLAIM-Projektleitung Nina Mühe: „Die Rolle der Medien ist entscheidend, wenn es um die Wahrnehmung der muslimischen Gegenwart geht – gerade, weil alternative Informationsquellen fehlen. Über ‚den’ Islam wird in den Medien viel und vor allem problemorientiert diskutiert. Gängige Frames finden eine große Resonanz und werden häufig einfach übernommen, ohne diese in Frage zu stellen. Diese einseitige und negative Berichterstattung schürt Misstrauen gegenüber Muslim*innen in der Bevölkerung. Hier möchte BLIQ anknüpfen und einen Beitrag zu einer diversifizierteren, ausdifferenzierteren – aber nicht weniger kritischen Berichterstattung leisten.“

Die Beiträge des Journals sind auf Facebook (https://www.facebook.com/bliqjournal) sowie über die Domain Bliq-Journal erreichbar.


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